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Mein Werdegang:
Geboren wurde ich in Kassel und wuchs dort mitten im schönen Habichtswald auf. Nach einer wunderschönen Kindheit zog ich zu meinem Bedauern, mit 16, in die Stadt.
In der Stadt angekommen, gingen meine Streifzüge nun nicht mehr durch den Wald, sondern durch Diskotheken.
Neben den Waldstreifzügen und späteren Discogängen besuchte ich die Waldorfschule Kassel. Im angegliederten Lehrbetrieb machte ich eine Lehre zum Tischlergesellen. Die ich mit Erfolg abschloss. Anschließend absolvierte ich noch den Realschulabschluss.
Nun kam die Frage: „Was tun?“
Erst einmal die Bundeswehr verweigern. Gesagt, getan!
Was folgte, war ein Praktikum bei einem Hufschmied. Plötzlich öffnete sich mir eine Welt, die ich nur aus Geschichten meines Vaters über das großväterliche Gestüt in Ostpreußen kannte. Die Welt der Pferde, bis jetzt nur ein Traum und nun zum Greifen nahe. Der Schmied entwickelte sich in vielerlei Hinsicht zu einem Vorbild, vielleicht etwas, das mir bis jetzt gefehlt hat. In dieser Zeit fand in mir eine Veränderung statt, meine langen Haare fielen der Schere zum Opfer. Ich sah die Welt mit anderen Augen, wo vorher Untätigkeit und Ratlosigkeit herrschten, wuchs ein Wille. So kam es, dass mir der Hufschmied ein Praktikum in einer Sattlerei verschaffte. Jetzt war er da, der Wille. Ich hatte noch nie so eine Freude beim Arbeiten, wie in den zwei Wochen Praktikum.
Das Folgende ist schnell erzählt, Rückzug der Verweigerung , kümmern um einen Ausbildungsplatz zum Sattler und noch ein Praktikum als Pferdewirt, auf dem Landgestüt in Sachsen Anhalt. Der Wehrdienst, bei der Raketenartellerie, hier fand noch mal eine Überlegung statt: „Offizier zu werden.“ Wäre wohl mein zweiter Traumberuf gewesen, doch der Sattler war stärker. Ausbildung zum Reitsportsattler in der Sattlerei „Gerloc“, in Fritzlar.
Während der Ausbildung lernte ich auf der Berufsschule meine heutige Frau kennen. Sie lernte bei der Firma „G. Kieffer“, in München.
Nach einem guten Abschluss der Sattlerlehre war auch an den schulischen Leistungen zu erkennen, dass ich die richtige Berufswahl getroffen hatte.
Es folgten drei Gesellen-Jahre. Erst in Lübeck, bei „Reitsport Mund“ und dann in Güstrow bei der Firma „JC-Vertrieb“, wo ich für die Reklamationen und den Kundenservice zuständig war.
In Güstrow durfte ich auch die Geburt meiner Tochter erleben. Auch ging in Güstrow der langersehnte Wunsch in Erfüllung, endlich auf die Jagd gehen zu können. Die seit neun Jahren brachliegende Jagderlaubnis wurde aktualisiert und in Gebrauch genommen.
Nach drei Gesellenjahren fühlte ich mich reif für den Meister. 2009 legte ich dann die vier Teile der Meisterprüfung erfolgreich ab und eröffnete im Anschluss „Die Sattlerei Braemer“.
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